Knaus Tabbert auf der Überholspur

Düsseldorf/Jandelsbrunn. Der Markt ist umkämpft, die Verbraucher halten sich zurück – doch der Jandelsbrunner Wohnmobilhersteller Knaus Tabbert stemmt sich gegen den Trend: Im nachlassenden europäischen Caravangeschäft legt er weiter an Umsatz zu. Dabei sollen die neuen Modelle helfen, die der Fahrzeugbauer auf der Messe Caravan-Salon in Düsseldorf zeigte.

Passauer Neue Presse, 4. September 2012

Am Steuer von Knaus Tabbert
Am Steuer von Knaus Tabbert: Die Geschäftsführer Michael Tregner (im Wohnmobil) und Giovanni Marcon wollen das Unternehmen weiter mit Wachstum lenken.
Auf der wichtigsten Wohnmobilmesse weltweit murren die Aussteller: 165.000 Besucher durchstreiften die Düsseldorfer Messehallen während des Caravan-Salons – etwa acht Prozent weniger als im Vorjahr. Ein Zeichen dafür, dass die Branche der Reisemobil- und Wohnwagenhersteller unter der Eurokrise leidet. „Wenn die Zeiten unsicher sind, scheuen sich die Käufer“, sagt Knaus-Tabbert-Geschäftsführer Giovanni Marcon. Auf dem Caravan-Salon, der vom 24. August bis 2. September stattfand, präsentierten die Jandelsbrunner mehrere neue Fahrzeuglinien.

Während der Caravan-Markt in Europa rückläufig sei, bilde Deutschland eine Ausnahme. Hier wachse Knaus Tabbert mit Raten über dem Branchenschnitt: 20 Prozent mehr Umsatz als im Vorjahr peilen Marcon und der weitere Geschäftsführer Michael Tregner an – das entspricht einer Zielmarke von fast 300 Millionen Euro.

Caravan-Markt hat Durst nach neuen Ideen

Dazu soll auch eine effizientere Produktion mit moderneren Anlagen beitragen. Im hessischen Mottgers erneuert Knaus Tabbert für insgesamt sieben Millionen Euro seine Produktionshalle. Dort wird derzeit das Dach saniert, die Fertigung ist behelfsmäßig in ein Zelt ausgegliedert. Am Stammsitz in Jandelsbrunn steckt das Unternehmen 3,3 Millionen Euro vor allem in neue Maschinen zum Innenmöbelbau. Auch beim Personal hat das Unternehmen aufgestockt: 150 neue Leih- und Festangestellte sind dazugekommen – damit beschäftigt Knaus Tabbert rund 1.350 Mitarbeiter.

Die Investitionen sollen helfen, den Durst des Caravan-Markts nach neuen Ideen zu stillen: „Wir stehen unter einem hohen Veränderungsdruck“, sagt Marcon. Viele Anbieter aus dem Ausland drängten auf den deutschen Markt und versuchten, sich mit niedrigeren Preisen zu etablieren. „Man wehrt sich gegen unseren Erfolg“, sagt Tregner. Manche Anbieter hätten sogar Neuheiten aus dem vergangenen Jahr kopiert, etwa doppelte Böden oder bestimmte Grundrisse. In diesem Jahr wandelt sich der Markt weiter stark: So seien vor allem leichte und kompakte Reisemobile im Trend. Tregner erkennt darin einen Umbruch: „Die Karten werden neu gemischt.“