Schwaben machen gute Geschäfte mit der neuen Möbel-Lust

Der Artikel über die Möbelmesse imm ist nach dem Baukastenprinzip entstanden: Zwei Kunden bekamen denselben Basistext, ergänzt um Absätze über Aussteller aus dem jeweiligen Verbreitungsgebiet. Hier zu sehen ist der Artikel, wie er im Schwarzwälder Boten (Ausgabe Nagold) erschienen ist. Ein weiterer Kunde war die Thüringer Allgemeine (Erfurt).

Nagold/Köln. In unsicheren Zeiten investieren die Deutschen gerne in Möbel – das kommt den schwäbischen Herstellern Rolf Benz und Walter Knoll zugute. Sie fahren gute Ergebnisse ein und präsentierten sich auf der Möbelmesse “imm cologne” in Köln.

Schwarzwälder Bote, 24. Januar 2012

Rolf-Benz-Chef Heiner Goossens
Mag das Sofa, auf dem Rolf-Benz-Chef Heiner Goossens sitzt, auch nicht das günstigste sein – die Kunden sehen es als Investment.
Der Tisch aus dunklem, schweren Massivholz, der Sessel mit edlem Lederbezug – was Heiner Goossens, Vorstandsvorsitzender von Rolf Benz aus Nagold, am Messestand präsentiert, ist besonders gefragt. “Die Eurokrise ist eine Gefahr, da tragen die Leute ihr Geld in die Möbelhäuser”, sagt Goossens. Nach Auskunft des Verbands der Deutschen Möbelindustrie (VDM) hat jeder Deutsche im vergangenen Jahr 373 Euro für Möbel ausgegeben – mehr als alle anderen Europäer.

Mit der Premiummarke Rolf Benz kauften die Kunden auch ein Gefühl von Wert und Beständigkeit. Und ein Stück Fairness: “Für unsere Kunden ist es etwa auch wichtig zu wissen, dass bei der Herstellung kein Kleber zum Einsatz kommt, bei dem die Mitarbeiter Schutzmasken tragen müssen”, sagt Goossens. Das rentiert sich: Im vergangenen Jahr verzeichnete der Nagolder Hersteller ein Wachstum von fünf Prozent, erwartet auch 2012 ein Plus.

Rolf Benz präsentierte sich während der vergangenen Woche auf der Kölner Möbelmesse “imm cologne”. 1150 Aussteller, 13 Prozent mehr als im Vorjahr, zeigten dort Möbelneuheiten von der Küche bis zur Couch. Durch die Hallen strömten nach Veranstalterschätzungen insgesamt 115 000 Fach- und Privatbesucher. Wie Heiner Goossens ist die gesamte Branche optimistisch: Im vergangenen Jahr verzeichneten die Hersteller einen Umsatz von etwa 16,7 Milliarden Euro. Das entspricht einer Steigerung von etwa sechs Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Erfolgsmodell “deutsche Italiener”

Für Schwung sorgt bei Rolf Benz auch eine Möbelmarke, die der Hersteller im Mai eingeführt hat: “Freistil”, ein Wohnprogramm, das sich eher an jüngere Käufer richtet – und auch für etwas weniger Geld zu haben ist.

Walter-Knoll-Marketingmanagerin Ute Zimmermann
Die Marke in den Köpfen verankert: Walter-Knoll-Marketingmanagerin Ute Zimmermann zeigt Möbel mit schwäbischen Wurzeln.
Hersteller Walter Knoll aus Herrenberg setzt nur auf eine Marke – und hat sich damit ein gutes Image bei den Käufern erarbeitet: “Wir begreifen uns als Kompletteinrichter. Das heißt, bei uns gibt es nicht nur Stuhl und Sofa, sondern zum Beispiel auch den Beistelltisch, den Teppich und den Zeitungsständer”, sagt Marketingmanagerin Ute Zimmermann. So bekomme ein Käufer schnell das Bild eines typischen Walter-Knoll-Stücks. Der Erfolg der Strategie: ein Rekordumsatz von 72 Millionen Euro im vergangenen Jahr.

Doch noch etwas anderes mache die Möbel aus Herrenberg aus: “Wir sagen immer: Wir sind deutsche Italiener”, sagt Zimmermann. Bedeutet: Möbel, die typisch deutsch solide sind, aber so elegant wie aus dem spritzigen Italien. Ähnlich steht es um den Kontrast zwischen Produktion und Produkt: “Unser Standort ist fast provinziell, aber die Möbel findet man weltweit wieder”, sagt Zimmermann. 62 Prozent der Möbel gehen ins Ausland. Vor allem in den Nachbarländern griffen die Kunden zu, auch Osteuropa werde als Markt immer wichtiger. Auch bei dem Unternehmen Rolf Benz liegt die Exportquote mit 42 Prozent hoch.